Bis 10 Uhr geschlafen.

Es war noch immer nicht genug.

Die meisten waren nicht so spät ins Bett gegangen. Nur Suraj, Shanki und ich hatten bis 3:30 Uhr Karten gespielt. Trotzdem wurden alle gleichzeitig aufgeweckt.

Als ich aufwachte, bemerkte ich, dass frischer Wind in unsere Wohnung gekommen war.

Ein ansteckendes Lachen.
Ein ununterbrochenes Lächeln.

Durga war angekommen.

Der Grund, warum ich diesen Tag ihr widme, ist ziemlich einfach.

Bis dahin hatte die Gruppe meistens Malayalam gesprochen.

Dadurch konnte ich mein Malayalam verbessern und viel darüber lernen, wie unterschiedlich Sprachen aufgebaut sein können.

Großartig für Light on German.

Für meine Ohren sind einzelne Wörter in Sprachen wie Mandarin, Deutsch oder Hindi oft relativ leicht voneinander zu unterscheiden. Die Grenzen zwischen ihnen wirken klarer. Sobald man die Wörter kennt, werden nach und nach auch die Sätze verständlicher.

Sprachen wie Französisch – oder in diesem Fall Malayalam – fühlen sich für mich etwas anders an. Laute und Wortformen verbinden sich stärker miteinander. Im Malayalam werden außerdem Endungen an Wörter angehängt, die zusätzliche Informationen enthalten.

Dadurch kann alles wie ein einziger durchgehender Sprachstrom klingen.

Mir wurde klar, dass mein Malayalam noch nicht gut genug war, um mit Muttersprachlern mitzuhalten.

Ich kannte zwar schon ziemlich viele Wörter. Sie jedoch in schnell gesprochenen Sätzen wiederzuerkennen – noch dazu in verschiedenen Dialekten – war weiterhin schwierig.

Aus meiner Sicht mussten sie sich nicht ändern.

Sie sehen sich vielleicht einmal im Jahr. Sie sollten ihre gemeinsame Zeit genießen. Sie sind eine unglaublich eng verbundene Gruppe, und ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken, ihren natürlichen Ablauf zu stören.

Mein Vorschlag war einfach:

Ihr macht euer Ding. Ich mache meines.

Das einzige Problem war, dass ich mich noch nicht selbstständig fortbewegen konnte, weil meine Kreditkarte nicht funktionierte.

Für sie war es jedoch keine akzeptable Lösung, mich einfach allein zu lassen.

Nachdem ich mit Hari gesprochen hatte – und besonders nachdem Durga angekommen war –, veränderte sich die Atmosphäre.

Über den ganzen Tag verteilt führten wir stundenlange, aufschlussreiche Gespräche. Wir sprachen über Erziehung, Schwangerschaft, Männer und Frauen.

Ein Zitat schrieb ich mir auf, weil ich noch darüber nachdenken muss:

„Frauen werden darauf trainiert, ständig zu arbeiten. Und wenn sie es nicht tun, haben sie ein schlechtes Gewissen. Dazu hat unsere Gesellschaft sie gemacht.“

Potenziell explosive Themen.

Für meinen Geschmack vielleicht ein wenig zu explosiv.

Anstatt einfach irgendetwas zu sagen, nur um etwas gesagt zu haben, hörte ich deshalb meistens zu.

An diesem Tag verstand ich außerdem, warum ich aus der großen Auswahl an Medikamenten, die Mom für mich vorbereitet hatte, Aspirin eingepackt hatte.

Durga hatte eine Erkältung und konnte es tatsächlich gebrauchen.

Abgesehen davon war es wieder einmal ein vollgepackter Tag.

Mittagessen

Zum Mittagessen fanden wir ein wunderschönes Restaurant:

Leider war das Essen nicht besonders lecker.

Irgendwie saßen wir außerdem ziemlich nahe an der Toilettenlüftung. Von Zeit zu Zeit wehte deshalb eine aromatische Brise in unsere Richtung.

Das Essen sah immerhin gut aus:

Nachdem unsere Mägen gefüllt waren, sprangen wir wieder ins Auto und fuhren eine weitere Stunde zum Einkaufszentrum.

Einkaufen

Unser Einkauf vom Vortag war noch nicht vollständig abgeschlossen.

Für die Mehndi Night waren wir ausgestattet gewesen. Für die Hochzeit am folgenden Tag hatte jedoch noch nicht jeder alle benötigten Kleidungsstücke.

Also mussten wir noch einmal einkaufen gehen.

Für Menschen, die Farben und aufwendige Designs lieben, ist es ein wahres Paradies.

Ansonsten wird vermutlich niemand allzu traurig sein, wenn ich euch die restlichen Einzelheiten erspare.

Zwei meiner persönlichen Höhepunkte sind es allerdings noch wert, geteilt zu werden.

Erstens gibt es eine Sache an Indien, die ich liebe und über die ich immer und immer und immer wieder lachen muss:

Die Art, wie bestimmte Dinge geschrieben werden.

Pothique.

Was?!

Ja, meine lieben Familienmitglieder und Freunde.

Das soll offenbar eine Boutique sein.

Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, was mir das Wort sagen wollte.

Zweitens beschäftigte das Einkaufszentrum jemanden, den ich nur als Aufzugdirigenten bezeichnen kann.

Noch nie davon gehört?

Ich auch nicht. Und vermutlich habe ich die Berufsbezeichnung gerade erfunden.

Dort saß tatsächlich eine Person vor den Knöpfen des Aufzugs und bediente sie für die Kunden.

Falls ihr mir nicht glaubt, hier ist der Beweis.

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Das Einkaufen dauerte eine Weile.

Danach holten wir uns etwas, an das ich mich dunkel erinnerte, ohne zunächst zu wissen, woher:

Boba

Dieser viel zu kleine Laden übte offenbar eine eigenartige Faszination auf die Menschen aus.

Sie machten sich schick, fotografierten sich und machten anschließend die Welt zu einem viel besseren Ort, indem sie ihre Kunstwerke mit ihr teilten.

Später fiel mir endlich wieder ein, woher ich Boba kannte:

Aus Taiwan.

Ich glaube, ich hatte es im Taipei 101 getrunken.

Wie auch immer.

Nach drei Stromausfällen und einer Stunde Wartezeit bekamen wir tatsächlich unsere Getränke.

Da jeder einen anderen Tee bestellt hatte, taten wir etwas, bei dem sogar ich kurz zögerte:

Jeder probierte jedes Getränk – mit denselben Strohhalmen.

Beim letzten Stromausfall konnten wir kaum noch zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Ladens unterscheiden.

Inzwischen war es überall dunkel.

Wir fuhren eine weitere Stunde nach Hause und bestellten Shawarma – eine Variante des Dürüms, oder vielleicht doch eher andersherum.

Wir ruhten uns kurz aus.

Dann telefonierte Hari.

Bis zu diesem Zeitpunkt war er sich nicht sicher gewesen, ob er noch genügend Energie hatte.

Aber irgendwie hatte er sie.

Er beschloss, noch eine weitere Stunde nach Kodungallur zurückzufahren. So würde er am nächsten Morgen bereits dort sein, wenn Prabhu zu Besuch kam.

Hari hatte ihn eingeladen. Irgendwie also blöd, wenn er nicht da wäre nachdem Prbahu fünf Stunden im Auto sitzt um pünktlich um 8 Uhr morgens anzukommen.

Für die Palmblattbibliothek

Der gesamte Tag war wirklich schön gewesen. Es wäre nett gewesen, bei den anderen zu bleiben und noch mehr Zeit mit ihnen zu verbringen.

Prabhu spielt jedoch eine zentrale Rolle bei meinem Besuch in Indien.

Deshalb entschied ich mich, mit Hari zu fahren.

Außerdem …

Hari hatte am folgenden Tag keine Zeit. Jemand musste sich deshalb um Prabhu kümmern und ihm alles zeigen.

Diese Aufgabe fiel Vichu und mir zu.

Nach einem weiteren Tag mit viel zu wenig Schlaf kamen wir schließlich an.

Wir aßen noch einmal zu Abend.

Schliefen.

Fertig.

Bis zum nächsten Artikel.

Felix Ast
Felix Ast
Autor · Sprecher · Innovator
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